| Letzte Änderung am 26.01.10
Hier finden Sie (un-)regelmässig Neuigkeiten zu bioethischen Themen, mit denen sich die Ärzte für das Leben befassen.
2010
- 23.01.10: Zur Diskussion um Organspende und den Hirntod
Organspende von doch nicht ganz Toten? Wie weit eine 'Ethik des Heilens' sich legitimieren will, zeigt eine aktuelle medizinische Debatte in USA:
Die Lebenden und die Toten
Die Transplantationsmedizin beginnt sich von der "Tote-Spender-Regel" zu verabschieden
Linus S. Geisler
Die "Tote-Spender-Regel" (Dead Donor Rule), die seit rund 40 Jahren in der Transplantationsmedizin akzeptiert ist, formuliert zwei ethische Normen, die die Praxis der Organentnahme betreffen: Lebenswichtige Organe dürfen nur von toten Patienten entnommen werden; lebende Patienten dürfen nicht für oder durch eine Organentnahme getötet werden. Derzeit gibt es Bestrebungen, das Konzept des Hirntodes oder des Herztodes auszuhöhlen und die Entnahme lebenswichtiger Organe zur Organspende bereits bei Lebenden zu legitimieren. Linus S. Geisler warnt vor einem fundamentalen Tabubruch.
UNIVERSITAS, 65. Jahrgang, Nr. 763, Ausgabe Januar 2010, S. 4-13
Die Frage, ob es sich beim Hirntod tatsächlich um den Tod des Menschen handelt, wird innerhalb der medialen Öffentlichkeit weiterhin kontrovers diskutiert. Wir geben Hinweise.
"Hirntod" und "Organspende"
Anders als die Frage, ob es sich bei dem Embryo im Mutterleib um einen Menschen handelt, wird die Frage, ob der Hirntod tatsächlich der Tod des Menschen sei, selbst unter Lebensrechtlern heftig diskutiert. Prinzipiell sind drei Antworten denkbar: Der Hirntod ist der Tod des Menschen (Mehrheitsmeinung). Der Hirntod ist nicht der Tod des Menschen (Minderheitenmeinung), und alternativ: Die Frage ist nicht entscheidbar.
Von Dr. med. Dr. theol. h. c. Maria Overdick-Gulden
LebensForum Ausgabe 89 - 1/2009 vom März 2009, Zeitschrift der "Aktion Lebensrecht für Alle" ALfA e.V.
- 19.01.10: Zur Diskussion um den 'ungehinderten Zugang zur Pille danach'
Zur derzeitigen Diskussion in den USA um den 'ungehinderten Zugang zur Pille danach' verweisen wir auf
den folgenden Artikel:
Rezeptfreie Abgabe der „Pille danach“: Ein Schritt in die richtige Richtung?
Marion Stoll, Walter Rella
Imago Hominis (2006); 13(1): 9-11
- 06.01.10: Neue Informationsbroschüre für Schwangere mit auffälligem pränataldiagnostischem Befund
Gemäß der neuen Gesetzesregelung hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) eine Informationsbroschüre für Schwangere mit auffälligem pränataldiagnostischem Befund erstellt. Sie soll werdenden Eltern helfen, sich auf das Leben mit einem (möglicher Weise) behinderten Kind - nicht zuletzt aufgrund wertvoller Lebenserfahrung anderer - einzustellen. Die Broschüre kann online bestellt oder auf der Webseite der BzGA runtergeladen werden:
BZgA Informationsmaterial für Schwangere nach einem auffälligen Befund in der Pränataldiagnostik (Download- und Bestellmöglichkeit)
2009
- 29.12.09Was wirklich zählt ist das Leben...
Kommentar von Maria Overdick-Gulden zur Stellungnahme des Nationalen Ethikrates zu Babyklappen und Anonymen Geburten, 29.12.09
- Seit 10.12.09 ist die neue Webseite der Ärzte für das Leben online. Damit wurde unsere bisherige Internetpräsenz komplett überarbeitet. Alle Inhalte sind nach wie vor vorhanden, jedoch übersichtlicher sortiert. Wir wünschen viel Ertrag beim Stöbern auf unseren Seiten.
- Vorankündigung: 15. Kooperationsseminar 2010 im Bildungszentrum Kloster Banz.
Vom 14. - 16. Mai 2010 findet das 15. Kooperationsseminar der Ärzte für das Leben mit der Hanns-Seidl-Stifung in Kloster Banz statt.
Thema: "Ärzte müssen am Schutz des menschlichen Lebens von Anfang an festhalten"
Das ausführliche Programm und weitere Details folgen demnächst!
- 14. Kooperationsseminar vom 22.-24. Mai 2009 im Bildungszentrum Kloster Banz: Was ist der Mensch? Wege zu seiner Erkenntnis
Hier finden Sie das Programm und die Vorträge des Seminars.
2008
- USA: Präsident nur der Geborenen
Noch nie hat es ein derartig extremer Abtreibungsbefürworter ins Weiße Haus geschafft wie Barack Obama – Ein Dossier von Professor Godehard Brüntrup SJ.
KATH.NET 13.12.08 / DIE TAGESPOST 06.12.08
- Lebensgefährliche Berichterstattung fragwürdiger Umfrageergebnisse bei Spiegel-Online?
Hier finden Sie unsere Antwort als Leserbrief vom 26.11.08 zum SPIEGEL-Artikel "Ein Drittel deutscher Ärzte befürwortet Sterbehilfe" vom 22.11.08
- Unser naturwissenschaftliches Menschenbild ist ein wissenschaftliches Zerrbild des Menschen!
Diskussionsbeitrag von Prof. Dr. med. Ingolf Schmid-Tannwald in der Zeitschrift für Medizinische Ausbildung GMS Z Med Ausbild 2008;25(1):Doc69:
Zur Bedeutung der menschlichen Lebenswelt für die Beschreibung von Werden und Wesen des Menschen
Zusammenfassung:
Im Alltag bringt das Handeln auf der zwischenmenschlichen Beziehungsebene nur dann einen neuen Menschen hervor, wenn die dafür nötigen Abläufe auch auf der biologischen Ebene ausgelöst und nicht etwa durch vorbeugendes Handeln verhindert werden. Den zwischenmenschlichen Beziehungsanteil am Gesamtgeschehen menschlichen Werdens in der Echtzeit des menschlichen Alltags konnte man lange Zeit nur in der Alltagssprache und damit auf einem nichtwissenschaftlichen Niveau beschreiben. Den zweiten Anteil dagegen stellt man im gängigen naturwissenschaftlichen Fortpflanzungsmodell dar. Durch die unterschiedlichen Sprachen und Erkenntnisniveaus entstehen Sprach- und damit beschreibungsbedingte Wirklichkeitsgrenzen, welche die Darstellung des echtzeitlichen Gesamtgeschehens beobachterbedingt in zwei unterschiedliche Wirklichkeiten bzw. Fragmente zerteilen. Das Erkenntnisniveau im alltagssprachlich formulierten ersten Fragment kann den Unterschied zwischen den Welten, in denen Mensch und Tier leben, nicht darstellen und daher konnte es bisher zum Wesen des Menschen auch nichts weiter beitragen.
Seit jedoch dank der Phänomenologischen Soziologie ein wissenschaftliches Modell der menschlichen Alltagswelt vorliegt, kann man den Menschen auf wissenschaftlichem Niveau als zweifache Wirklichkeit beschreiben. Denn die menschliche Lebenswelt wird, anders als die Welt der Tiere, als eine nicht-biologische Wirklichkeit durch Codeabstimmung und gemeinschaftliches Handeln zwischen den Menschen sinnhaft aufgebaut und aufrecht erhalten, was Kontinuität und Planbarkeit ermöglicht und so unsere Überlebenschancen verbessert. Demnach geht jeder Mensch leibhaftig aus der je einzigartigen zwischenmenschlich aufgebauten Wirklichkeit seiner Eltern hervor, die sie im Alltag aus ihren je individuellen Wirklichkeiten konstituieren und ist somit das einzigartige biologische Er-Zeugnis und zugleich das Zeugnis dieser elterlichen Lebenswelt. Semiotisch gesprochen verweist der menschliche Organismus als materieller Zeichenträger vom Moment seines Entstehens an und unabhängig von seinem jeweiligen Entwicklungsstand zeitlebens auf die je einzigartige "conditio humana" seiner Eltern als ursprüngliche und immaterielle Bedeutung des Zeichens „Mensch. Doch auch materiell prägt sich die lebensweltliche elterliche Realität in den heranwachsenden Organismus ein, vergleichbar der Übertragung von Software auf einen Datenträger.
Seit Lebensweltliches und Biologisches mittels zweier wissenschaftlicher Modelle als komplementäre Wirklichkeiten des Menschen beschreibbar sind, kann dies wegen der Leitfunktion von Bildern einen anderen Umgang mit Menschen im Alltag bewirken, etwa in der Heilkunde, wenn der Arzt die lebensweltliche oder die biologische Wirklichkeit, d.h. die subjektive oder die objektive Bedeutung eines Menschen (oder einer Schwangerschaft) in den Blick nimmt (Theorie von der doppelten Interpretationsmöglichkeit menschlicher Erzeugnisse n. Schütz).
Wie man jedoch die beiden wissenschaftlichen Modelle mit Hilfe der Systemtheorie in einer umfassenderen Wirklichkeit eines Systemmodells des Menschen aufheben, wie man beide Wirklichkeiten durchgehend in einer Metasprache beschreiben und wie man vollends zwei Systemmodelle des Menschen funktionell zu einem Supramodell verbinden kann, das dann auf wissenschaftlichem Niveau menschliche Zweierbeziehungen (z.B. Mann-Frau- oder Arzt-Patient) ganzheitlich repräsentiert, geht über diesen Beitrag hinaus.
Siehe dazu auch: Der menschliche Alltag - ein unverzichtbarer Bestandteil eines wissenschaftlichen Menschenbildes1
- Debatte um striktere Regelungen für Spätabtreibungen
In der erneuten Debatte um striktere Regelungen für die bisher legalen Spätabtreibungen hat der Vorsitzende der Juristenvereinigung Lebensrecht e. V. und Richter am Verwaltungsgericht a. D. Bernward Büchner darauf verwiesen, dass schon bei den verpflichtenden Konfliktberatungen 70% mit einer Abtreibung enden. Die Beratung verfehle ihren Sinn, wenn nicht alles zur Sprache komme.
In einem Leserbrief mit dem Titel "Wissen sie überhaupt, was da geschieht?" führte Dr. Maria Overdick-Gulden Folgendes in: Die Tagespost v. 8. Nov.2008 S.13 aus...
Archiv früherer Meldungen
Hier finden Sie Stellungnahmen und Mitteilungen zu bioethischen Themen
aus den Jahren 2002-2008.
nach oben
|