| Letzte Änderung am 18.08.10
Hier finden Sie (un-)regelmässig Neuigkeiten zu bioethischen Themen, mit denen sich die Ärzte für das Leben befassen.
2010
- 18.08.10: Arzt oder Mediziner: Empathie statt Aktionismus
Nolte, Stephan Heinrich
Der Mediziner mag Naturwissenschaftler sein, der Arzt aber ist Kulturwissenschaftler, jedoch nie Wirtschaftswissenschaftler.
Deutsches Ärzteblatt 2010; 107(31-32) 09.08.10
- 04.08.10: Tagungsankündigung für 5. - 6. November 2010: 4. Interdisziplinäres Gespräch zu Biomedizin und Bioethik zum Thema "Schwangerschaftsabbbruch: Hintergründe - Folgen - Heilung"
Vom 5.-6. November veranstalten der Lehrstuhl für Moraltheologie an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt, die Juristen-Vereinigung Lebensrecht e. V. (Köln), Ärzte für das Leben e.V. (München) und das Netzwerk Leben im Bistum Eichstätt das 4. Interdisziplinäre Gespräch zu Biomedizin und Bioethik. Das Thema lautet: "Schwangerschaftsabbbruch: Hintergründe - Folgen - Heilung". Das Programm ist ab sofort abrufbar.
Ausführliche Informationen...
- 04.08.10: Debatte um Hirntod und Organspende
Im aktuellen "Lebensforum" Ausgabe 94 - 2/2010 vom Juli 2010, Zeitschrift der Aktion Lebensrecht für Alle e.V. (AlfA), gibt es zwei lesenswerte Artiklel zur Debatte um die Organspende und den Hirntod.
Silber statt Gold
Die Hirntod-Debatte muss weitergehen. Und dies obwohl - wie die Ärztin Maria Overdick-Gulden hier behauptet - längst klar sei,dass Hirntote keine Leichen seien. Die Frage, die nun gestellt werden müsse, laute - so die Autorin weiter -, ob und wie sich Organspenden künftig verantworten lassen. Mit diesem leidenschaftlichen Beitrag setzt "LebensForum" seine 2007 begonnene Debatte über die These, der Hirntod sei auch der Tod des Menschen, fort - eine These, die auch unter Lebensrechtlern ernstzunehmende Befürworter wie Gegner hat.
Von Dr. med. Dr. theol. hc. Maria Overdick-Gulden
Lebensforum Ausgabe 94 - 2/2010 vom Juli 2010, Zeitschrift der Aktion Lebensrecht für Alle e.V. (ALfA)
Her mit den Organen!
Johann Wolfgang von Goethe wollte den Menschen noch "edel", "hilfreich" und "gut". Heute sind nicht wenige der Ansicht,der Mensch müsse bloß "nützlich" sein, um auch "gut" zu sein. Zwei Bioethiker fordern jetzt, auch Schwerkranke sollten sich nützlich machen: als Organspender!
Von Stefan Rehder
Lebensforum Ausgabe 94 - 2/2010 vom Juli 2010, Zeitschrift der Aktion Lebensrecht für Alle e.V. (ALfA)
- 28.07.10: Selektion - im aktuellen Trend?
Du nicht!
Gesund, schön, intelligent, erfolgreich – wer das nicht bieten kann, darf kaum auf die Fürsorge seiner Mitmenschen hoffen. Eine selektive Gesellschaft zieht herauf.
Von Christian Schüle
Rheinischer Merkur Nr. 29, 22.07.10
- 14.07.10: ÄfdL e.V. zum Urteil des BGH zur Nichtstrafbarkeit von PID "in einigen Fällen"
Der 5. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat mit seinem Urteil vom 6. Juli 2010 den gesetzlichen Embryonenschutz in unserem Land aufgebrochen und damit eine neue Diskussion um die Menschenwürde provoziert: in einigen Fällen von erblichen Erkrankungen soll diese Selektionsmaßnahme vor der Einpflanzung eines in vitro gezeugten Menschenembryo mit dem geltenden Embryonenschutzgesetz vereinbar sein.
Hierzu unsere Stellungnahme.
- 11.07.10: Kommentar zur Meldung des Ärzteblatts vom 22.6.2010: "Europarats-Ausschuss will Regeln für Gewissensgründe bei Ärzten."
Ein Ausschuss der Parlamentarischen Versammlung des Europarates will Regeln für Ärzte festschreiben, die eine Behandlung aus Gewissensgründen verweigern, berichtet das Deutsche Ärzteblatt online am 22.06.10.
Hierzu ein Kommentar von Dr. M. Overdick-Gulden.
- 05.07.10: Kommentar zum BGH-Urteil zur Sterbehilfe vom 25.06.10
Am 25.06.10 hat der Bundesgerichtshof ein richtungsweisendes Urteil zur Sterbehilfe gefällt.
Hierzu ein Kommentar von Dr. M. Overdick-Gulden.
- 27.06.10: Zur Freiheit des Arztberufs
Bereits für den 112. Deutschen Ärztetag in Mainz im Jahr 2009 stand die Freiheit des Arztberufs im thematischen Mittelpunkt (TOP 3):
"Der Beruf des Arztes - ein freier Beruf heute und in Zukunft" von C. Fuchs.
Am 26.06.2010 erschien beim Zuckschwerdt Verlag München in der Zeitschrift "Münchner Ärztliche Anzeigen" Heft Nr. 13. zur gleichen Thematik: "Der ärztliche Beruf ist kein Gewerbe - das muß auch so bleiben - Zur Diskussion über die Gewerbesteuerpflicht für die Angehörigen der freien Berufe", dort S.3f.
- 18.06.10: Inklusion - Dabei sein! Von Anfang an!
Eine Nachlese zur "Woche für das Leben" 2010 von Dr. M. Overdick-Gulden.
- 07.06.10: Zur Diskussion um den 'ungehinderten Zugang zur Pille danach'
Klarstellung zur "Pille" aus ärztlicher Sicht.
Nein, ein Medikament, ein gottgeschenktes Heil-Mittel ist die Pille nicht, auch wenn es im ökumenischen Dunstkreis so verkündet und diese Fehleinschätzung von Vielen als "Frohbotschaft" interpretiert wurde. Korrekte Naturwissenschaft lehrt Anderes. Der Volksmund urteilt hierin real, ehrlich, wenn nicht "brutal": "Antibaby-Pille" nennt er sie! Und ist sie hormonal besonders hoch dosiert, gilt sie ihm sogar als "Notfallpille"! Das in letzterer, - der "Pille danach"- besonders hoch enthaltene Hormon Gestagen hat neben der Eisprunghemmung zusätzlich einen hemmenden Einfluss auf den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut, dem von der Natur vorgesehenen "Nest" für den Menschenkeim; dieser soll sich aufgrund der erwünschten "Antibaby-Wirkung" eben nicht "einnisten" können! Bei 4-5% aller Anwendungen geschieht dies auch: er stirbt ab. Für den Arzt oder Apotheker, der beispielsweise 100 x pro Jahr die "Pille danach" verschreibt oder abgibt, bedeutet dies, dass er an 4- 5 Tötungen frühen Menschenlebens indirekt mitwirkt. Faktum est.
Zur näheren Wirkungsweise s. den Beitrag:
Rezeptfreie Abgabe der „Pille danach“: Ein Schritt in die richtige Richtung?
Marion Stoll, Walter Rella
Imago Hominis (2006); 13(1): 9-11
- 26.05.10 Vorträge zur ÄfdL-Tagung im Mai 2010 zum Thema "Ärzte müssen am Schutz menschlichen Lebens von Anfang an festhalten" online
Ab sofort sind diverse Vorträge unserer Tagung in Kloster Banz im Mai 2010 zum Thema "Ärzte müssen am Schutz menschlichen Lebens von Anfang an festhalten" im PDF-Format abrufbar.
Zu den Vorträgen der Tagung 2010...
- 07.05.10: Grenzen der Prävention "unerwünschter" Schwangerschaften
Überarbeitete Fassung des Vortrags "Psychodynamik von Schwangerschaftskonflikten" von Prof. Dr. med. Ingolf Schmid-Tannwald anlässlich des Seminars der Bayerischen Landesärztekammer "Medizinische und ethische Aspekte des Schwangerschaftsabbruchs" gem. Art. 5 Abs. 5 des BaySchwHEG am 17. April 2010 in München
- 29.03.10: Leserbriefe zum Thema "Über den Umgang mit menschlichem Leben"
Im Deutschen Ärzteblatt erschien in Heft 10 vom 12. März 2010 von PD Dr. theol Sibylle Rolf, Universität Heidelberg ein Artikel mit der Überschrift "Über den Umgang mit menschlichem Leben", worin die unterschiedliche ethische Bewertung exemplarisch an den in Großbritannien und in Deutschland geltenden Gesetzesregelungen aufgezeigt wird. Im britischen Denken setzte sich die Debatte zugunsten der Forschung durch, vor allem nach den "im Lauf der 80-er Jahre aufgekommenen Begriff ‚pre-embryo'", der sich vor dem 14. Tag nach der Kernverschmelzung noch in Zwillinge teilen kann und dessen zentrales Nervensystem noch nicht anfänglich ausgebildet sei. Das viel verwendete englische "dignity" bezeichnet im Gegensatz zur "Würde des Menschen" im Deutschen Grundgesetz keine absolute "menschliche Wesenseigenschaft". Die Interpretation der "unantastbaren Würde" blieb auch im GG "offen". Sie kann "im kantischen oder christlichen Sinn als ‚Mitgift', im empiristischen als ‚Leistung' oder systemtheoretisch als Ergebnis von gelingender Kommunikation verstanden werden", so die Autorin. Ist das nach der Kernverschmelzung biologisch festgestelltes Menschenleben Wirklichkeit und als solche zu würdigen - oder ist Menschsein eine Eigenschaft, die von anderen Menschen zuerkannt werden muss? Die Autorin spricht sich für tutioristische Positionen aus.
Hierzu zwei Leserbriefe aus unserem Verein (im PDF-Format).
Der Leserbrief von Dr. Overdick-Gulden wurde im DÄBl No 24 am 18.06.2010 veröffentlicht.
- 25.03.10: Programm 15. Kooperationsseminar Mai 2010 abrufbar
Vom 14. - 16. Mai 2010 findet das 15. Kooperationsseminar der Ärzte für das Leben mit der Hanns-Seidl-Stifung in Kloster Banz statt.
Thema: "Ärzte müssen am Schutz des menschlichen Lebens von Anfang an festhalten"
Ausführliches Programm und weitere Details...
- 23.03.10: Zur Diskussion um Organspende und den Hirntod
Die "Reanimation der Hirntoddebatte" bleibt aktuell. Das Deutsche Ärzteblatt kündigte in der Ausgabe vom 12.02.2010 an, dass noch in diesem Jahr die EU-Richtlinie zur Organtransplantation zu erwarten ist. Unter deutschen Transplantationsmedizinern besteht keine Übereinstimmung mehr mit bisherigen Regelungen: ist die jetzt geltende erweitere Zustimmungslösung nicht eine Form der Fremdbestimmung (Prof. G. Otto, Mainz)? Entschließt man sich zur "Widerspruchslösung", und wird diese vom Bürger akzeptiert? Auch werde in Gesprächen mit Patienten und Angehörigen "immer wieder die Angst" deutlich, "ob man wirklich tot sei, wenn man hirntot ist".
Im "Erasmus Medische Centrum" in Rotterdam geht es (angeblich) um eine "theoretische Diskussion", z.B. Nieren vor dem Tod der Spender zu entfernen, um funktionstüchtigere Organe für den Empfänger zu erhalten. Doch bestehe die Gefahr, dass nach dem "massiven" Eingriff der Explantation der "Spender" nicht schnell stirbt und noch mehrere Stunden an den verursachten Schmerzen leide. (Notiz in: "20 minuten online" v. 3.3.10)
Zum Thema "Hirntoddebatte" s. neue Literatur:
Prof. Dr. Ralf Stoecker: Ein Plädoyer für die Reanimation der Hirntoddebatte in Deutschland
19 Seiten, in: D. Preuß, N. Knoepffler, K.-M. Kodalle (Hg.), Körperteile - Körper teilen, Kritisches Jahrbuch der Philosophie, Beiheft 8/2009, 41,52,
hier veröffentlich mit freundlicher Genehmigung des Verlages Verlag Königshausen & Neumann.
Vera Kalitzkus: Dein Tod, mein Leben - warum wir Organspenden richtig finden und trotzdem davor zurückschrecken, als TB erschienen bei Suhrkamp 2009
Sabine Müller: Revival der Hirntoddebatte: Funktionelle Bildgebung für die Hirntoddiagnostik, - veröffentlicht bei Springer, published online: 29.01.2010.
mehr zum Inhalt im kostenfreien Abstract unter dem Link
Fazit der Autorin: "Wünschenswert wäre eine offenen Debatte über den Hirntod unter Einschluss der Öffentlichkeit, insbesondere über die Frage, ob es legitim ist, aus Hirntoten, die noch Integration somatischer Funktionen zeigen, lebensnotwendige Organe zu explantieren, und wenn ja, unter welchen Bedingungen." Der Übergang zur Tötung auf Verlangen wäre dann präformiert.
- 23.01.10: Zur Diskussion um Organspende und den Hirntod
Organspende von doch nicht ganz Toten? Wie weit eine 'Ethik des Heilens' sich legitimieren will, zeigt eine aktuelle medizinische Debatte in USA:
Die Lebenden und die Toten
Die Transplantationsmedizin beginnt sich von der "Tote-Spender-Regel" zu verabschieden
Linus S. Geisler
Die "Tote-Spender-Regel" (Dead Donor Rule), die seit rund 40 Jahren in der Transplantationsmedizin akzeptiert ist, formuliert zwei ethische Normen, die die Praxis der Organentnahme betreffen: Lebenswichtige Organe dürfen nur von toten Patienten entnommen werden; lebende Patienten dürfen nicht für oder durch eine Organentnahme getötet werden. Derzeit gibt es Bestrebungen, das Konzept des Hirntodes oder des Herztodes auszuhöhlen und die Entnahme lebenswichtiger Organe zur Organspende bereits bei Lebenden zu legitimieren. Linus S. Geisler warnt vor einem fundamentalen Tabubruch.
UNIVERSITAS, 65. Jahrgang, Nr. 763, Ausgabe Januar 2010, S. 4-13
Die Frage, ob es sich beim Hirntod tatsächlich um den Tod des Menschen handelt, wird innerhalb der medialen Öffentlichkeit weiterhin kontrovers diskutiert. Wir geben Hinweise.
"Hirntod" und "Organspende"
Anders als die Frage, ob es sich bei dem Embryo im Mutterleib um einen Menschen handelt, wird die Frage, ob der Hirntod tatsächlich der Tod des Menschen sei, selbst unter Lebensrechtlern heftig diskutiert. Prinzipiell sind drei Antworten denkbar: Der Hirntod ist der Tod des Menschen (Mehrheitsmeinung). Der Hirntod ist nicht der Tod des Menschen (Minderheitenmeinung), und alternativ: Die Frage ist nicht entscheidbar.
Von Dr. med. Dr. theol. h. c. Maria Overdick-Gulden
LebensForum Ausgabe 89 - 1/2009 vom März 2009, Zeitschrift der "Aktion Lebensrecht für Alle" ALfA e.V.
- 06.01.10: Neue Informationsbroschüre für Schwangere mit auffälligem pränataldiagnostischem Befund
Gemäß der neuen Gesetzesregelung hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) eine Informationsbroschüre für Schwangere mit auffälligem pränataldiagnostischem Befund erstellt. Sie soll werdenden Eltern helfen, sich auf das Leben mit einem (möglicher Weise) behinderten Kind - nicht zuletzt aufgrund wertvoller Lebenserfahrung anderer - einzustellen. Die Broschüre kann online bestellt oder auf der Webseite der BzGA runtergeladen werden:
BZgA Informationsmaterial für Schwangere nach einem auffälligen Befund in der Pränataldiagnostik (Download- und Bestellmöglichkeit)
2009
- 29.12.09 Was wirklich zählt ist das Leben...
Kommentar von Maria Overdick-Gulden zur Stellungnahme des Nationalen Ethikrates zu Babyklappen und Anonymen Geburten, 29.12.09
- Seit 10.12.09 ist die neue Webseite der Ärzte für das Leben online. Damit wurde unsere bisherige Internetpräsenz komplett überarbeitet. Alle Inhalte sind nach wie vor vorhanden, jedoch übersichtlicher sortiert. Wir wünschen viel Ertrag beim Stöbern auf unseren Seiten.
- Vorankündigung: 15. Kooperationsseminar 2010 im Bildungszentrum Kloster Banz.
Vom 14. - 16. Mai 2010 findet das 15. Kooperationsseminar der Ärzte für das Leben mit der Hanns-Seidl-Stifung in Kloster Banz statt.
Thema: "Ärzte müssen am Schutz des menschlichen Lebens von Anfang an festhalten"
Das ausführliche Programm und weitere Details folgen demnächst!
- 14. Kooperationsseminar vom 22.-24. Mai 2009 im Bildungszentrum Kloster Banz: Was ist der Mensch? Wege zu seiner Erkenntnis
Hier finden Sie das Programm und die Vorträge des Seminars.
2008
- USA: Präsident nur der Geborenen
Noch nie hat es ein derartig extremer Abtreibungsbefürworter ins Weiße Haus geschafft wie Barack Obama – Ein Dossier von Professor Godehard Brüntrup SJ.
KATH.NET 13.12.08 / DIE TAGESPOST 06.12.08
- Lebensgefährliche Berichterstattung fragwürdiger Umfrageergebnisse bei Spiegel-Online?
Hier finden Sie unsere Antwort als Leserbrief vom 26.11.08 zum SPIEGEL-Artikel "Ein Drittel deutscher Ärzte befürwortet Sterbehilfe" vom 22.11.08
- Unser naturwissenschaftliches Menschenbild ist ein wissenschaftliches Zerrbild des Menschen!
Diskussionsbeitrag von Prof. Dr. med. Ingolf Schmid-Tannwald in der Zeitschrift für Medizinische Ausbildung GMS Z Med Ausbild 2008;25(1):Doc69:
Zur Bedeutung der menschlichen Lebenswelt für die Beschreibung von Werden und Wesen des Menschen
Zusammenfassung:
Im Alltag bringt das Handeln auf der zwischenmenschlichen Beziehungsebene nur dann einen neuen Menschen hervor, wenn die dafür nötigen Abläufe auch auf der biologischen Ebene ausgelöst und nicht etwa durch vorbeugendes Handeln verhindert werden. Den zwischenmenschlichen Beziehungsanteil am Gesamtgeschehen menschlichen Werdens in der Echtzeit des menschlichen Alltags konnte man lange Zeit nur in der Alltagssprache und damit auf einem nichtwissenschaftlichen Niveau beschreiben. Den zweiten Anteil dagegen stellt man im gängigen naturwissenschaftlichen Fortpflanzungsmodell dar. Durch die unterschiedlichen Sprachen und Erkenntnisniveaus entstehen Sprach- und damit beschreibungsbedingte Wirklichkeitsgrenzen, welche die Darstellung des echtzeitlichen Gesamtgeschehens beobachterbedingt in zwei unterschiedliche Wirklichkeiten bzw. Fragmente zerteilen. Das Erkenntnisniveau im alltagssprachlich formulierten ersten Fragment kann den Unterschied zwischen den Welten, in denen Mensch und Tier leben, nicht darstellen und daher konnte es bisher zum Wesen des Menschen auch nichts weiter beitragen.
Seit jedoch dank der Phänomenologischen Soziologie ein wissenschaftliches Modell der menschlichen Alltagswelt vorliegt, kann man den Menschen auf wissenschaftlichem Niveau als zweifache Wirklichkeit beschreiben. Denn die menschliche Lebenswelt wird, anders als die Welt der Tiere, als eine nicht-biologische Wirklichkeit durch Codeabstimmung und gemeinschaftliches Handeln zwischen den Menschen sinnhaft aufgebaut und aufrecht erhalten, was Kontinuität und Planbarkeit ermöglicht und so unsere Überlebenschancen verbessert. Demnach geht jeder Mensch leibhaftig aus der je einzigartigen zwischenmenschlich aufgebauten Wirklichkeit seiner Eltern hervor, die sie im Alltag aus ihren je individuellen Wirklichkeiten konstituieren und ist somit das einzigartige biologische Er-Zeugnis und zugleich das Zeugnis dieser elterlichen Lebenswelt. Semiotisch gesprochen verweist der menschliche Organismus als materieller Zeichenträger vom Moment seines Entstehens an und unabhängig von seinem jeweiligen Entwicklungsstand zeitlebens auf die je einzigartige "conditio humana" seiner Eltern als ursprüngliche und immaterielle Bedeutung des Zeichens „Mensch. Doch auch materiell prägt sich die lebensweltliche elterliche Realität in den heranwachsenden Organismus ein, vergleichbar der Übertragung von Software auf einen Datenträger.
Seit Lebensweltliches und Biologisches mittels zweier wissenschaftlicher Modelle als komplementäre Wirklichkeiten des Menschen beschreibbar sind, kann dies wegen der Leitfunktion von Bildern einen anderen Umgang mit Menschen im Alltag bewirken, etwa in der Heilkunde, wenn der Arzt die lebensweltliche oder die biologische Wirklichkeit, d.h. die subjektive oder die objektive Bedeutung eines Menschen (oder einer Schwangerschaft) in den Blick nimmt (Theorie von der doppelten Interpretationsmöglichkeit menschlicher Erzeugnisse n. Schütz).
Wie man jedoch die beiden wissenschaftlichen Modelle mit Hilfe der Systemtheorie in einer umfassenderen Wirklichkeit eines Systemmodells des Menschen aufheben, wie man beide Wirklichkeiten durchgehend in einer Metasprache beschreiben und wie man vollends zwei Systemmodelle des Menschen funktionell zu einem Supramodell verbinden kann, das dann auf wissenschaftlichem Niveau menschliche Zweierbeziehungen (z.B. Mann-Frau- oder Arzt-Patient) ganzheitlich repräsentiert, geht über diesen Beitrag hinaus.
Siehe dazu auch: Der menschliche Alltag - ein unverzichtbarer Bestandteil eines wissenschaftlichen Menschenbildes1
- Debatte um striktere Regelungen für Spätabtreibungen
In der erneuten Debatte um striktere Regelungen für die bisher legalen Spätabtreibungen hat der Vorsitzende der Juristenvereinigung Lebensrecht e. V. und Richter am Verwaltungsgericht a. D. Bernward Büchner darauf verwiesen, dass schon bei den verpflichtenden Konfliktberatungen 70% mit einer Abtreibung enden. Die Beratung verfehle ihren Sinn, wenn nicht alles zur Sprache komme.
In einem Leserbrief mit dem Titel "Wissen sie überhaupt, was da geschieht?" führte Dr. Maria Overdick-Gulden Folgendes in: Die Tagespost v. 8. Nov.2008 S.13 aus...
Archiv früherer Meldungen
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